Astrid Petermeier

Neues aus dem Rührgebiet


Leave a comment

LESUNG AM 26. Mai 2024, 14 Uhr, Taranta Babu

Erzählen auch Bilder, auf denen so gar nichts los ist, Geschichten?

Das Portrait einer Schwarzen Frau, im Jahre 1800 von einer weißen Französin gemalt, hat eine Menge zu erzählen. Hat sie freiwillig Modell gesessen? Wieso zeigt sie ihre nackte Brust und trägt einen Turban? Was denkt sie wohl über ihre Malerin und deren Verlangen danach, als Künstlerin in einer Männerwelt anerkannt zu werden?

Es war ein Wagnis, 224 Jahre später in einer Kurzgeschichte das Modell erzählen zu lassen, wie sie die Entstehung dieses Bildes empfunden hat. Ob es mir gelungen ist, könnt ihr mir nach der

Lesung am Sonntag, den 26. Mai 2024, um 14 Uhr im Taranta Babu mitteilen.

Falls der Tag knallheiß ist, bieten wir im Kulturhaus, Wilhelm-/Ecke Amalienstraße, 44137 Dortmund,

eine etwa 40-minütige Abkühlung zu Mittag. Ich freue mich auf euch und eure Kritik an meiner Geschichte.


1 Kommentar

Inschallaaa zu Ostern

Sie ist schon etwas älter, diese Kurzgeschichte. Nach 2020 untergegangen, in Ordnern vergraben fiel sie mir erst neulich wieder ein, als ich ein Feature über Salvatore Adamo sah. Ostern scheint mir die richtige Zeit für ihre Auferstehung (wobei mir herzlich egal ist, wer an sowas oder anderes glaubt).

Inch’Allah ist die Erinnerung an eine Sehnsucht, die auch die Kinder Palästinas und Israels in ihren Herzen tragen. Als ich den melancholischen Nachmittag erlebte, der beschrieben wird, wusste ich weder, was Inch’Allah bedeutet, noch was Blindgänger sind, vor denen unsere Mütter warnten. Diese Kinder wissen beides.

Ich bedanke mich herzlich für die vielen Emails zu meiner Geschichte über das „Portrait einer Schwarzen Frau“. Es tut gut zu wissen, dass mein Schreiben euch etwas sagt und ich werde an weiteren Bildergeschichten arbeiten. Wer unter Inch’Allah was anderes erwartet hat oder wem die Geschichte gefällt, kann mir das gern im Kommentar mitteilen.

 


Leave a comment

Portrait einer Schwarzen Frau

Kurz vor dem Jahreswechsel stieß ich auf ein Gemälde von Marie-Guillemine Benoist, das „Portrait einer Schwarzen Frau“ von 1800. Je länger ich es ansah und je mehr ich darüber las, desto mehr reizte es mich, mir seine Entstehung ein paar Jahre nach der Abschaffung (1794) und kurz vor der Wiedereinführung (1802) der Sklaverei in Frankreich vorzustellen. Ich lasse in meiner Kurzgeschichte „La Citoyenne sans Nom“ die schwarze Frau erzählen, wie es ihr gefallen hat, Modell für das Bild einer weißen Malerin zu sein. Wie erlebt sie die Künstlerin? Wie erlebt sie deren Verlangen nach Gleichberechtigung? Hat sie Einfluss auf das Portrait und seinen Inhalt?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir in Kommentaren mitteilt, wie euch die Geschichte gefällt, denn mir war’s eine Freude, den leider wieder knalllauten Jahreswechsel mit diesem stillen Bild zu verbringen. Weiterlesen →


Leave a comment

Feministinnen – Generationen

Manchmal verdrehe ich die Augen und komm‘ mir vor wie meine eigene Omma. Wenn junge Feministinnen meinen, das Ei der Colomba entdeckt zu haben, möchte ich ihnen ein Buch von 1981 auf den Tisch knallen. Wenn sich Intersektionale und Terfs kloppen wie die Besenbinderinnen, möchte ich sie dran erinnern, wie gut der Lesben-Hetera-Streit der Frauenbewegung Ende der 70er getan hat. Wenn von ‚Personen mit Uterus‘ gesprochen wird, frage ich mich, warum Frauen nun auch noch hinter Persona = Maske versteckt werden. Wenn ich als Smartphoneverweigerin nicht nur außen vor bin, sondern auch noch ständig auf Instagram als Quelle verwiesen werde… Weiterlesen →


Leave a comment

Die Gewalt des § 218 – Eine Bilderreise durch 150 Jahre Körperpolitik

28. 11. 2023, 19 Uhr im Dietrich-Keuninghaus, Leopoldstr. 50-58,
44147 Dortmund (Einlass 18.30 h, Eintritt frei)

Seit 1871 werden Frauen mit dem Abtreibungsparagrafen in Notsituationen gedrängt und der Selbstbestimmung über ihre Körper beraubt. Am Kampf gegen den § 218 haben sich immer auch Künstlerinnen mit Bildern und Plakaten beteiligt.
In einer Bilderreise stellt die Kunsthistorikerin Astrid Petermeier die Geschichte dieser Kämpfe und der Gewalt vor, die mit dem Verbot von Verhütung und Abtreibung ausgeübt wurde.

Käthe Kollwitz, Schwangere Frau, 1910

Käthe Kollwitz‘ ‚Bilder vom Elend‘ entstanden in einer Zeit, in der sogar noch Klara Zetkin und Rosa Luxemburg Schwangerschaft für eine ‚Privatsache‘ hielten und dem Kampf die Unterstützung verweigerten. Als Frauen 1919 endlich das Wahlrecht erhielten, begriffen SPD und KPD, dass sie deren Stimmen mit dem Kampf gegen § 218 erobern konnten.
Doch erst auf immensen Druck der Frauenbewegung mit der „Aktion 218“ brachte die sozialliberale Koalition 1971 eine Fristenlösung ins Parlament, die vom Bundesgerichtshof kassiert wurde. Künstlerinnen wie Jula Dech, Maina-Miriam Munsky und Barbara Kruger verdeutlichten, was für ein Schlachtfeld der Politik der weibliche Körper ist. Nach der Wiedervereinigung protestierten Frauen in Ostdeutschland mit „Mail-Art gegen § 218“ gegen das Geschenk aus dem Westen: auch für sie wurde Abtreibung nun ein Straftatbestand.

Im Anschluss an den Vortrag moderiert die Journalistin Claudia Dorka ein Gespräch mit Frauen aus der Schwangerschaftskonfliktberatung.


Leave a comment

Kunstgeschichte ganz speziell: mal feministisch, mal astrologisch

Kunst ist eine Möglichkeit, die Welt und unser Leben bildhaft wahrzunehmen und auf diese Weise Fragen noch einmal neu, anders, intensiver zu stellen. Ich nutze diese Möglichkeit in diesem Jahr

  1. um die Politik, die mit Frauenkörpern betrieben wird, aufzuzeigen und
  2. in einer Artikelserie über kunsthistorische und astrologische Entwicklungen.

Bildgestaltung Heike Hampel, Dresden

Vortrag und Diskussion

  • am 23. 11. 2023 in Dresden (für Genaueres bitte diesem link folgen) und
  • am 28. 11. 2023 in Dortmund, Keuninghaus, Leopoldstr. 50-58, 19.00 Uhr

Künstlerinnen haben den Kampf gegen den § 218 von 1880 bis heute begleitet. Meine Bilderreise durch 150 Jahre Körperpolitik will darstellen, wie Gebärfähigkeit betrachtet und ausgeschlachtet wird, wie Frauen instrumentalisiert und ihrer Eigenverantwortlichkeit beraubt werden. Käthe Kollwitz ‚Bilder vom Elend‘ stammen aus einer Zeit, in der nicht einmal Rosa Luxemburg wahrhaben wollte, welche Politik auf den Körpern und dem Leben von Frauen ausgetobt wurde. In den 1920ern spiegeln Bilder von Hannah Höch oder Alice Lex-Nerlinger das gewachsene Selbstbewusstsein der Frauen. Und doch mussten noch von 1970 bis heute Künstlerinnen mit Gemälden und Plakaten deutlich machen, dass Frauen keine kopflosen Hühner sind, die die Pille danach wie Smarties fressen, sollte sie rezeptfrei erhältlich sein (Jens Spahn/CDU, 2014).

Am Dienstag, 28. November ‘23 um 19 Uhr im Keuninghaus in Dortmund wird die anschließende Podiumsdiskussion mit Frauen aus der sog. Konfliktberatung von Claudia Dorka moderiert. Eintritt frei, ich freue mich auf euch.

Wer mehr darüber lesen will, kann das hier tun.

 

Kannst du als Kunsthistorikerin und Astrologin etwas beitragen zum ‚Meridian‘-Schwerpunkt über Kunstmalerei? Zum Beispiel einen Artikel, der die kunsthistorische Entwicklung mit dem Verlauf der Gestirne abgleicht?

https://sternwerkstatt.de/artikel/236-20/

So lautete die Anfrage, die ich im Sommer erhielt. Meridian ist die deutsche Fachzeitschrift für Astrologie und ich fand’s toll, von der Redaktion angefragt zu werden. Das Thema klang spannend und zugleich war ich skeptisch. Es hätte ja sein können, dass da gar nichts bei rauskommt.

Weiterlesen →


Leave a comment

Lesung aus MAGDALENAS MAGISCHER MOMENT

Ich freue mich riesig, euch alle einladen zu können nach so langer, viel zu stiller Zeit. Aber so ist das eben, wenn eine ihr Buch am 3. 3. 2020 veröffentlicht, also pünktlich zur Begrüßung von Corona. Lesungen fielen da erstmal flach. Aber am nächsten Sonntag lasse ich mein schräges Stimmchen erschallen und zwar im
Kulturhaus Taranta Babu, Amalien-/Ecke Wilhelmstr., 44137 Dortmund
Sonntag, 23. 4. 23 um 17 Uhr
Eintritt frei, Anmeldung nicht nötig (es sei denn, ihr wollt mit 30+ Personen kommmen.

Und darum geht’s: 1612 machte in Rom ein Vergewaltigungsprozess gegen einen Maler Furore. Sein Opfer war die junge Künstlerin Artemisia Gentileschi, deren Gemälden noch heute Rachephantasien nachgesagt werden. Immerhin: eine Frau, die mordende Heldinnen darstellte, wurde eine gefragte Malerin.

Artemisia Gentileschi: Judith + Autorin Astrid Petermeier

In der Jetzt-Zeit, in der schon das Schlürfen eines Cappuccinos als magischer Moment verkauft wird, betrachten zwei Frauen ein Bild dieser Künstlerin,

Weiterlesen →


1 Kommentar

Eieiei: Vorsicht vor Hasen

Eine Freundin schickte mir diesen Schokoladenreport. Ich kann nicht anders, als ihn euch zu lesen zu geben, denn da wird der Hase in der Pfanne verrückt:

„Ich war gerade einkaufen. Wollte auch nach Ostersachen für den Tisch und für die Kinder und Enkel schauen. Ostermontag frühstücken wir nämlich zusammen. Nervigerweise waren die Ostersüßigkeiten über den halben Laden verteilt statt alle zusammen zu stehen. Einige versteckten sich neben den Backzutaten und Nudeln, „Rewe feine Welt“ neben den Konserven und die Stars von Lindt dann natürlich in 2 – 3 Extraaufstellern + Hasenstraße von 2-3 Metern auf dem Weg zur Kasse… flankierend sozusagen… früher waren an solchen Stellen die Zollschranken. Beste Lage. Weiterlesen →


2 Kommentare

Mit Bildern gegen Paragraphen

Am Kampf gegen den § 218 waren immer auch Künstlerinnen beteiligt. Anhand der Werke von Käthe Kollwitz, Alice Lex-Nerlinger oder Hanna Nagel kann die Sichtweise der Zeit zwischen 1900 und 1931 nachvollzogen werden. Es wird deutlich, dass es in dieser ersten Welle des Protestes um eine Klassenfrage ging: um den Zusammenhang zwischen Armut und Kinderreichtum.

Mit dem Faschismus und seinem Verlangen nach ‚Kanonenfutter‘ wurden diese Proteste nachhaltig zum Schweigen gebracht. Trotz hoher Todesraten in Folge illegaler Schwangerschaftsabbrüche war der § 218 auch in den 50er und 60er Jahren kein öffentliches Thema mehr.

Erst in den 1970er Jahren trat die Frage nach dem Selbstbestimmungsrecht über Körper und Lebensgestaltung in den Vordergrund. Künstlerinnen wie Maina-Miriam Munsky, Jula Dech oder Anke Feuchtenberger wandten sich mit Gemälden, Mail-Art, Ausstellungen und Plakaten gegen einen Paragraphen, der Frauen entmündigt.

Diese Bilderreise durch 150 Jahre Körperpolitik gibt’s als Vortrag, den ich am 28. März 2023  um 18 Uhr 30 im Frauenzentrum Neustadt/Weinstr. an der Hindenburgstr. 5 halten werde.

Zu weit weg für viele von euch? Dann biete ich zwei Möglichkeiten an:

1. Ihr könnt eine Kurzfassung als PDF lesen und zwar hier: 218_Vortrag.

2. Ihr ladet mich ein, den Vortrag – gern auch ausführlicher – bei euch zu halten. Dazu reicht eine Mail: anunsereine@astrid-petermeier.de

Ich habe außerdem eine sehr ausführliche Chronologie§218 zusammengestellt, die ihr als PDF runterladen könnt.

 


4 Kommentare

Prösterken auf mein Jubiläum

Am 1. April bin ich ELF – 11 – elf Jahre trocken! Da sage noch mal eine, Aprilscherze würden flugs verfliegen. Die ersten Jahrestage wurden noch gefeiert, mit kleinen Ausflügen und anderen Belohnungen. Heute fällt mir ein: „ach, das ist ja morgen!“ Wenn ich im vergangenen Jahr nicht an Doris Dörries Schreibkurs teilgenommen hätte, hättet ihr jetzt Glück oder Pech (wie’s beliebt) und ich würde keine und niemanden behelligen. In diesem Kurs aber gab es das Thema „Schreib‘ über deine Sucht“. Habe ich jetzt über meine Sucht geschrieben oder über das, was ich danach erlebte? Das könnt ihr selbst beurteilen, wenn ihr die Kurzgeschichte BIS ALLE IST lest und wenn ihr es mir in Kommentaren mitteilt, würde ich mich riesig freuen.