Astrid Petermeier

Neues aus dem Rührgebiet

egostattvita

Astrid Petermeier

Foto: Selbstversuch mit Otto Waalkes Haarspray BRETT

– ich liebe es, morgens zwischen fünf und sechs aufzuwachen, mir eine Kanne Kaffee zu kochen und mit meinem Block auf den Knien loszuschreiben. Bettkaff, Sonnenaufgang und Tintenteufel. – ich liebe Patti Smith und Zitroneneis und Nudeln, die bei mir immer noch Nudeln statt Pasta heißen. – Lucio Dalla, Giorgio Valente und Artemisia Gentileschi lehrten mich die italienische Sprache, was höchst praktisch ist, wenn man so gerne dahin fährt wie unsereine. – samstags lautstark BVB-Radio hören beschwingt enorm beim Putzen. Kann Norbert Dickel ausnahmsweise mal nicht vor Freude das Mikro heiser schreien, ist wenigstens die Bude sauber. Ich putze übrigens gern runde Ecken: das macht mir doch erstmal nach, ihr Bajuwaren.  – ich habe ein erotisches Verhältnis zu Blöcken und Stiften (wenigstens ein erotisches Verhältnis sollte die Frau von heute ja haben). Alles, was ich verfasse, schreibe ich zuerst mit der Hand. – das Wichtigste an einem Mann? eine Badewanne! Ich habe nämlich keine, an ihrer Stelle aber ein hinreißend objektives Auswahlkriterium, falls Liebe mich mal blind macht. Grau2017– „Devo fumare?“ fragte ich einen italienischen Freund, der sich darüber genau so beömmelte wie ich über die Ketzer als deutsch-amerikanischer Katzenplural. Seitdem: bei mir darf man nicht nur rauchen, man MUSS. Mir tun die leidenschaftlichen Passivraucher sowieso leid seit dem dösigen Kneipenrauchverbot. Wo sollen die armen Schweine jetzt hin? (Nein! nicht alle zu mir.)  – ich liebe meine Freiheit, besonders die vom Alkohol und von der Ehe. Seit 2002 zu unser aller Glück geschieden; seit 2010 erfolgreich vom Alk getrennt. Wenn man mich jetzt fragt, ob 2002 ein Spaziergang gegen 2010 war, sage ich nur: FREEDOM’S JUST ANOTHER WORD FOR NOTHING LEFT TO LOSE. – Lernen finde ich irre spannend. Sowohl in der Drehbuchschule (2008) als auch in der Astrologie-Ausbildung (seit 2013) konnte ich nur schwer entscheiden, ob ich offenen Mundes zuhören oder mitschreibenmitschreibenmitschreiben will. – Ach, so ging’s mir schon 1975, als ich durch puren Zufall in mein Kunstgeschichtsstudium schlitterte (womit ich eine der schönsten Entdeckungen meines Lebens machte), obwohl ich vorher noch nie ein Kunstmuseum besucht hatte. Das war unter Malocherblagen damals nicht ganz so üblich. – Blagen? Das hat nichts mit Plagen zu tun, sondern ist des Ruhrgebiets liebevoller Ausdruck für Kinder (womit bewiesen wäre, dass wir uns manchmal sogar an den Genitiv erinnern, ha!). Nach langjährigen Ausflügen in Richtung Wiesbaden und Hamburg habe ich mich immer wieder für meine Heimat, den Ruhrpott, entschieden. – Und schreibe heute AstroStories mit Ruhrgebietshumor, in die ich alle meine drei Leidenschaften mischen kann: Astrologie, Kunst, Schreiben. – ich amüsiere mich königlich über das neuerdings in Kraft getretene Menschenrecht auf einen Parkplatz in meinem Hinterhof. Die Nordstadt war ja schon früher eine Gemengelage und so habe ich mitten im Gemenge meinen Roman KUNST GEGEN KOHLE geschrieben. –  ich liebe die Mauer gegenüber meiner Terrasse. Wenn die mal jemand zu verputzen wagt, bin ich die beleidigtste Leberwurst unter selbigen. Sowas malt mir doch keine nochmal: da ist Leben drin, Geschichte und Geschichten und das, was ich am allerliebsten mag: VERÄNDERUNG.
Was ich nicht ausstehen kann? Das werde ich unter Garantie nicht veröffentlichen.

wie gemalt: meine Lieblingsmauer

wie gemalt: meine Lieblingsmauer

3 thoughts on “egostattvita

  1. Werte Astrid – um Deine Ur—-Gedanken zu verinnerlichen muss ich Deine schriftlichen Eigenarten zumindest 2x lesen. Nix für Ungut!

  2. Hallo Astrid,

    in Deine „Mondlandung“ hat sich ein Fehler eingeschlichen.
    Unser Fredenbaumpark wurde als Lunapark gegündet und nicht der Nordstadtpark.

    Liebe grüße
    Heinz

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